Wie bekomme ich Windows 11 auf den Mac?
Die kurze Antwort: Über den Platzhirsch Parallels Desktop.
Boot Camp? War mal.
Früher konnte man sich mit Boot Camp einfach Windows neben macOS installieren.
Aber: Das funktioniert nur auf Intel-Macs nicht auf M1, M2, M3 oder M4, also auf allen aktuellen Geräten. ARM-Architektur sei Dank.
Und selbst wenn es irgendwie ginge, in meinem Fall wäre es eh keine Option gewesen. Ich brauche Windows 11 und macOS gleichzeitig, weil der B4i Mac Builder unter macOS läuft, die IDE aber nur unter Windows und beides müssen über das Netzwerk kommunizieren. Also: Virtuelle Maschine muss her.
Zwei Wege habe ich ausprobiert. Einer war schlimm.
Option 1: UTM
UTM klang erstmal super: kostenlos, Open Source, modern.
Aber: Ein Desaster. In vielerlei Hinsicht.
- Mein MacBook-Lüfter lief durchgängig auf Anschlag – selbst beim Setup.
- Die nötigen VirtIO-Treiber musste ich manuell nachinstallieren, damit überhaupt irgendwas erkannt wurde.
- Nach jedem zweiten oder dritten Neustart der VM: Kernel Panic.
Mein System inkl. Host-System ist komplett abgestürzt. - Die Auflösung ließ sich nur umständlich anpassen (und am Ende lief nur 800x600 flüssig).
- Datei-Austausch mit macOS? Nur über Umwege.
- Die SPICE-Tools (für Integration & Mauszeiger etc.) wollten sich nicht installieren lassen.
Kurz gesagt:
Ich mag den Open-Source-Ansatz, aber das war einfach nicht benutzbar - geschweige denn ohne Nervenzusammenbruch installierbar. Ich wollte auch nicht mehr Zeit investieren um es irgendwie lauffähig zu machen.
Option 2: Parallels Desktop
https://www.parallels.com/de/products/desktop/
Ein Klick – alles läuft.
- Windows 11 wird automatisch heruntergeladen und installiert (man braucht auch, unter Einschränkungen, erstmal keine Windows (Home)-Lizenz, man kann aber dann einige Einstellungen nicht vornehmen, aber für die B4i-IDE brauchte es das für mich erstmal nicht).
- Nahtlose Integration ins macOS
- Auflösung skalierbar
- Dateiaustausch funktioniert sofort
- Ressourcenverbrauch: absolut okay
- Geräte werden korrekt durchgereicht
Es ist einfach genau das, was ich brauche, ohne dass ich Stunden mit Google und Foren verbringe.
Kostenpunkt: 97,49 Euro (1-Time Purchase, kein Abo) für die Standard Edition. Ja, die reicht für mich völlig aus (war aber aktuell im Angebot, sonst kostet die Version wohl 129,99€).
Die „Pro Edition“ bringt noch:
- Unterstützung für Entwickler für Docker & CLI-Umgebungen
- Netzwerk-Emulation & Debugging
- Mehr Performance für Power-User
Cool, aber brauche ich alles nicht. Ich denke auch zukünftig nicht.
Fazit:
Ja, es nervt, dass man für alles zahlen muss – Apple Developer, B4i-Lizenz, jetzt auch noch Parallels. Aber ganz ehrlich:
Hier ist Parallels das Geld wert.
UTM ist nett gedacht, aber in meinem Setup einfach komplett unbrauchbar gewesen.
Andere Lösungen wie VMware hab ich mir nicht angeschaut, die aggressive Werbung von Parallels hat hier schlicht funktioniert. Aber ich bin ehrlich: Scheiße, das ist teuer, aber das funktioniert wirklich sehr gut!